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SoVD.TV: Wie solidarisch sind wir noch?

Im SoVD.TV, einer Polit-Talksendung des Sozialverbandes Deutschland, diskutierten die Teilnehmer über Solidarität aus politischer, gesellschaftlicher und psychologischer Sicht.
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Der Zusammenhalt in der Gesellschaft ist vom Verantwortungsgefühl und dem solidarischen Handeln all ihrer Mitglieder abhängig. In Zeiten großer Herausforderungen, wie wir sie gerade mit der Corona-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine erleben, sind diese Tugenden besonders gefordert.

In der Ausgabe von SoVD.TV am 26. April ging es deshalb um eine Bestandsaufnahme und die Frage, wie Solidarität gefördert werden kann. Zu Gast waren Gregor Gysi (Die Linke), ver.di-Chef Frank Werneke und Prof. Dr. Marc Ziegenbein, Ärztlicher Direktor und Chefarzt am Wahrendorff Klinikum.

Zivilgesellschaft trägt Solidarität
Über die Wichtigkeit der Solidarität bestand eingangs Einigkeit. Gregor Gysi bezeichnete sie als einen „Grundpfeiler der Demokratie“, Prof. Ziegenbein nannte sie einen „Eckpfeiler der Gesellschaft“. Bedroht sei die Solidarität beispielsweise durch mangelnde Chancengleichheit, hielt Gysi fest.

Der Gewerkschaftschef Frank Werneke betonte, dass Solidarität durch gemeinsames Handeln entstehe. Eine große Aufgabe in diesem Prozess käme zivilgesellschaftliche Organisationen wie dem SoVD zu.

Hilfe in der Krise
In der Folge debattierten die Gäste über gelebte Solidarität in der Gesellschaft in Krisenzeiten. Prof. Marc Ziegenbein lobte die praktische Hilfe in der ersten Phase der Pandemie, als viele sich um ältere Nachbarn und Mitbürger kümmerten und ihnen im Alltag halfen. Gregor Gysi stellte aus politischer Perspektive heraus, dass die Pandemie aber auch gezeigt habe, wer über wenig Lobby verfüge und deshalb mit seinen Nöten bei der Politik kaum Gehör finde.

Frank Werneke erklärte, die Corona-Krise habe deutlich gemacht, wo es großen Verbesserungsbedarf gebe – beispielsweise in der Pflege.

Auch Reiche sollten sich solidarisch zeigen
Der letzte Abschnitt der Diskussion drehte sich um um den Krieg in der Ukraine und dessen Folgen. Gregor Gysi forderte zwei Arten der Solidarität: zum einen mit den Menschen in der Ukraine, denen vor Ort geholfen werden müssen, und zum anderen gegenüber Kriegsflüchtlingen, die Schutz und Sicherheit in Deutschland suchten.

Auch Frank Werneke rief zu internationaler Solidarität auf und warnte vor einer Lebensmittelkrise, die in ärmeren Ländern als eine Folge des Krieges drohe. Um die Belastungen in Deutschland zu schultern, sei es nötig durch Umverteilung diejenigen stärker zu belasten, die mehr haben. Während Menschen mit niedrigen und normalen Einkommen Entlastung bräuchten, könnten Reiche, deren Vermögen in der Pandemie sogar weiter gewachsen sei, eine Ausgleichsabgabe leisten.

Dem schloss sich Gregor Gysi an und er betonte, dass gerade die Reichen zur Solidarität verpflichtet werden müssten.

Prof. Ziegenbein äußerte abschließend, dass bei den Menschen genug Ressourcen zur Solidarität vorhanden seien. An diese müsste aber entsprechend appelliert und Solidarität auch gewürdigt werden.

Die gesamte Sendung inklusive Musikbeitrag gibt es hier als Video.

Quelle: Sozialverband Deutschland

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