Das Fachkrankenhaus für die Seele
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12. November 2019

Was behandeln wir?

Im Zentrum unserer Arbeit steht die Behandlung psychischer Erkrankungen von Menschen im höheren Alter. Hierzu gehören z.B. seelische Krisen, depressive Erkrankungen, Angsterkrankungen, anhaltende Schmerzstörungen, oder demenzielle Erkrankungen mit nachlassender Gedächtnis- und Konzentrationsleistung. 

Die Prägung von Generationen, der Rückblick auf Erfahrungen aus mehreren Jahrzehnten Lebenszeit sowie gleichzeitig ein häufigeres Auftreten von körperlichen Erkrankungen müssen im Alter besondere Berücksichtigung finden.

Seelische Krisen im Alter

Seelische Krisen zeigen sich oft durch einen Verlust des seelischen Gleichgewichts, durch ein Gefühl der Überforderung, der Kraftlosigkeit und der fehlenden Handlungsmöglichkeit, durch Ängste, eine deutliche Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls sowie durch einen großen Leidensdruck. Seelische Krisen können durch besondere Ereignisse oder Lebensumstände ausgelöst werden, die der betroffene Mensch im Moment nicht hinreichend bewältigen kann.
Kritische Lebensereignisse und Auslöser einer seelischen Krise sind z.B. individuelle Belastungen, Traumatisierungen, der Verlust eines wichtigen Menschen, Trauer, die Berentung oder der Übergang in eine veränderte Wohnform.

Depression im Alter

Der Prozess des Älterwerdens stellt den Menschen vor große Herausforderungen. Die Konfrontation mit dem Thema "Tod" und Krankheit, nachlassende Kräfte oder Veränderungen im sozialen Umfeld müssen bewältigt werden. Die Depression im Alter ist eine Erkrankung, die den Körper, die Stimmung und das Denken betrifft. Typisch ist, dass den Betroffenen die notwendige Energie fehlt, die Aktivitäten auszuführen, die sie sonst problemlos oder sogar mit Freude absolviert haben. Die Stimmung ist häufig niedergeschlagen und traurig. Hinzukommen Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Verlangsamung, Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust, Selbstvernachlässigung, Verwahrlosung, Hoffnungslosigkeit sowie Misstrauen oder Reizbarkeit. Diffuse Schmerzen ohne körperliche Ursachen sind nicht selten. Die Ursachen für eine Depression im höheren Alter können vielfältig sein, beispielsweise der Verlust der Selbständigkeit, körperliche Erkrankungen, Vereinsamung und mangelnder sozialer Rückhalt, Entwurzelung bei Ortswechsel, finanzielle Sorgen und Armut, Konflikte mit Angehörigen oder eine negative Lebensbilanz. Ein depressives Krankheitsbild kann z.B. auch durch körperliche Erkrankungen hervorgerufen werden (z.B. durch eine Unterfunktion der Schilddrüse, Herzerkrankungen und anderem). Für eine sichere Abgrenzung ist eine sorgfältige ärztliche Diagnostik notwendig.

Angsterkrankungen im Alter

Angsterkrankungen zeigen sich meist körperlich (z.B. durch Herzrasen, Schweißausbrüche, schnelles und flaches Atmen oder durch eine Mundtrockenheit) und psychisch (z.B. durch Angst, Unsicherheit oder durch einen subjektiven Kontrollverlust), wobei häufig zunächst nach einer organischen Ursache gesucht wird. Diagnostisch wichtig ist der Zusammenhang zwischen den körperlichen und psychischen Symptomen. Gerade bei älteren Menschen sind Angstsymptome vermehrt bei anderen psychischen Krankheitsbildern (z.B. bei der Depression, der Demenz, oder dem Entzug bei einer Abhängigkeit), körperlichen Erkrankungen oder bei Medikamenten-Nebenwirkungen anzutreffen. Häufig sind Panikstörungen, Phobien und generalisierte Angststörungen. Mögliche Ursache ist eine belastende Lebenssituation, eine schwere Erkrankung oder der Tod eines nahestehenden Menschen, gerade in den Monaten vor dem erstmaligen Auftreten der Angstsymptomatik. Für eine sichere Abgrenzung zu ähnlichen Krankheitsbildern (z.B. einer Depression, einer Zwangs- oder somatoformen Störung) ist eine sorgfältige ärztliche Diagnostik notwendig.

Somatoforme Störungen im Alter

Als Somatoforme Störungen werden körperliche Beschwerden bezeichnet, für die keine hinreichende körperliche Ursache gefunden werden kann. Betroffene leiden beispielsweise unter starken Schmerzen, werden nach ärztlicher Untersuchung jedoch ohne klinisch relevanten Befund entlassen. Oft führt dies dazu, dass viele Ärzte nacheinander aufgesucht werden, um irgendwann endlich eine Erklärung für die Beschwerden zu bekommen.
Zirka 80 Prozent aller Menschen leiden in ihrem Leben einmal an einer somatoformen Störung, die jedoch in den meisten Fällen von allein wieder abklingt. Häufig handelt es sich hierbei um nicht organisch bedingte Schmerzen, Magen-Darm-Leiden oder Herz-Kreislauf-Beschwerden. Bei 4 bis 20 Prozent chronifiziert die Störung und führt oft zu einem langen Leidensweg für die Betroffenen, da bis zur Diagnose einer Somatoformen Störung eine adäquate Behandlung ausbleibt. Neben „unerklärlichen“ Schmerzen und anderen Beschwerden ist auch die Angst, an einer schlimmen Erkrankung zu leiden, Ausdruck einer Somatoformen Störung. Betroffene gehen immer wieder zum Arzt, aus der Angst heraus, erkrankt zu sein. Ärztlicherseits wird jedoch eine körperliche Erkrankung nicht festgestellt. 

Demenzielle Erkrankungen

Häufige Symptome demenzieller Erkrankungen sind Störungen des Gedächtnisses, der Orientierung, des Sprachverständnisses, des Lesens und Schreibens und eine damit verbundene alltagsrelevante Einschränkung der Lebensführung. Die Ursachen einer solchen Erkrankung können vielfältig sein und erfordern eine sorgfältige Diagnostik.
Die häufigste Demenz ist die Alzheimer-Demenz (ca. 55%), gefolgt von der gefäßbedingten Demenz (ca. 15%) mit Risikofaktoren, wie z.B. einem Bluthochdruck, einem Diabetes oder einem Nikotinmissbrauch. Eine Mischung aus Alzheimer- und gefäßbedingter Demenz findet sich in ca. 15% der Fälle. Differenzierungen erfolgen durch eine klinisch-psychiatrische und körperliche Untersuchung, durch Blutuntersuchungen, bildgebende Verfahren (CT oder MRT), neuropsychologische Testverfahren und durch neurologische Zusatzuntersuchungen (z.B. EEG).