Das Fachkrankenhaus für die Seele
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13. November 2019

Erfolgreiche Fachtagung im Klinikum Wahrendorff

Veröffentlicht am Mittwoch, 21.05.2014
Zuletzt geändert am Donnerstag, 09.05.2019

Sehnde-Köthenwald, 21. Mai 2014 – Ausgesprochen zufrieden zeigte sich Heide Grimmelmann-Heimburg, Geschäftsführerin vom Klinikum Wahrendorff, mit Verlauf und Inhalt einer der größten Fachtagungen im Bereich Wohnen und Tagesstruktur. Über 300 Fachleute aus Medizin, Therapie, Pflege, Politik und Verwaltung waren aktuell in Sehnde bei Hannover der Einladung des Klinikums Wahrendorff und dem Netzwerk Tagesförderstätten NDS (Niedersachsen) zum professionellen Austausch gefolgt.

Sehnde-Köthenwald, 21. Mai 2014
Ausgesprochen zufrieden zeigte sich Heide Grimmelmann-Heimburg, Geschäftsführerin vom Klinikum Wahrendorff, mit Verlauf und Inhalt einer der größten Fachtagungen im Bereich Wohnen und Tagesstruktur. Über 300 Fachleute aus Medizin, Therapie, Pflege, Politik und Verwaltung waren aktuell in Sehnde bei Hannover der Einladung des Klinikums Wahrendorff und dem Netzwerk Tagesförderstätten NDS (Niedersachsen) zum professionellen Austausch gefolgt.

„Seit mittlerweile mehr als einem Jahrzehnt wird eine Reform der Eingliederung diskutiert und gefordert“, so Grimmelmann-Heimburg. Die sozialpsychiatrische Fachdiskussion der letzten Jahre war mitgeprägt durch das Ziel der Inklusion und die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe. Die Inkraftsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Jahre 2008 hat dieser Diskussion weiter Schwung gegeben. „Sie knüpft nahtlos an Artikel 3 unseres Grundgesetzes an sowie an unsere Politik für mehr Teilhabe und Selbstbestimmung“, eröffnete Kerstin Tack, Mitglied des Bundestages und Behindertenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, die Fachtagung und  kündigte noch in dieser Legislaturperiode ein Bundesteilhabegesetz an. Das Gesetz soll im Jahr 2016 verabschiedet werden und im Jahr 2017 in Kraft treten. „Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland  finden die Belange von Menschen mit Behinderungen in einem Koalitionsvertrag flächendeckende Berücksichtigung“, so Tack zur Arbeit der Koalitionspartner. 

 „Die Träger von Heimbereichen, Tagesstätten und Tagesförderstätten benötigen für die erforderlichen passgenaueren Leistungen, der effektiven Leistungserbringung und einer Gesamtheit von Wohnen und Tagesstruktur die unbedingte Unterstützung von Sozialpolitik und Gesellschaft“, so Grimmelmann-Heimburg. „Mit unserer Pflege und Betreuung wollen wir die Bewohner wieder in die Gesellschaft eingliedern und Fähigkeiten fördern bzw. Ressourcen erhalten, die für ein selbstbestimmtes Leben notwendig sind.“  „Dafür stehen in Wahrendorff insbesondere die abwechslungsreichen Angebote tagesstrukturierender Maßnahmen, von der heiminternen Tagesstruktur/Tagesförderstätte über die Gärtnerei bis hin zur Miele-Arbeitstherapie und den besonderen Angeboten einer Kunstwerkstatt, der Sporttherapie und einem Streetworkerprojekt“, ergänzt Günter Pöser vom Netzwerk Tagesförderstätten NDS. 

„Inklusion und Eingliederungshilfe – Quo vadis?“ In den Fachbeiträgen der zweitägigen Tagung wurde die Schere zwischen Anspruch und Wirklichkeit deutlich. Auf der einen Seite soll die Hilfe zunehmend ambulant, differenziert und auf die Person zentriert ausgerichtet sein, auf der anderen Seite stehen immer mehr seelisch erkrankte und geistig behinderte Menschen mit hohem und komplexem Hilfebedarf, für die die Heimunterbringung oftmals die einzige Möglichkeit zum Wohnen mit fachlicher Unterstützung ist. Kritisiert wurden in den Vorträgen insbesondere die mittlerweile realitätsfernen Einstufungsverfahren, besonders dann, wenn es um die ganzheitliche Betreuung von Menschen mit Mehrfachbehinderungen und Doppeldiagnosen geht. Aber auch die Verantwortung von Wirtschaft und Gesellschaft stand im Fokus der Diskussionen. Eine Arbeitswelt, die rasant komplexer wird und eine individualisierte Gesellschaft macht Inklusion und Eingliederung nicht leichter. „Seelisch behinderte Menschen haben noch keine Lobby“, so Grimmelmann-Heimburg. „Und eine seelische Behinderung kann jeden treffen, beispielhaft stehen dafür traumatisierte Frauen nach einem Gewaltverbrechen.“

Inklusion und Eingliederungshilfe – Quo vadis?

Kernaussagen aus der abschließenden Podiumsdiskussion

„Inklusion funktioniert nicht per Verwaltungsakt. Politiker müssen in die Einrichtungen und am besten auch mal bei Supervisionen dabei sein. Die Anforderungen an die Mitarbeiter wachsen stetig. Wir brauchen mehr Geld für Personal und weniger Bürokratie.“, so Dr. Christine Morgenroth, Leibniz Universität Hannover.
 

„Inklusion ist für mich derzeit nur ein Schlagwort. Mit dem derzeit verfügbaren Personal sind die Probleme nicht lösbar und die kranken Menschen nicht  wirklich emotional erreichbar. Alle die etwas verändern wollen, müssen zunächst einmal die Emotionalität vor Ort spüren und die Einstufungsverfahren müssen zukünftig die emotionalen Komponenten berücksichtigen“, forderte Dr. Joachim Kutscher,  Leibniz Universität Hannover. 
 

„Die Eingliederungshilfe wird durch die Inklusion nicht überflüssig. Was politisch gewollt ist, ist längst noch nicht in der Praxis angekommen. Die personelle Ausstattung ist für mich das aktuelle Hauptthema. Die derzeitigen Einstufungsverfahren sind insbesondere für Bewohner mit Doppeldiagnosen und Mehrfachbehinderungen nicht ausreichend und nicht realitätsgerecht. Wir müssen die Rahmenbedingungen verändern und dafür müssen wir Vertreter der Einrichtungen noch stärker auf Politik zugehen und in der Inklusion auf die örtliche Wirtschaft“, fasst Marcus Eckhoff, Geschäftsführer Lukas-Werk Gesundheitsdienste GmbH, Evangelische Stiftung Neuerkerode, zusammen.


Ansprechpartner für die Redaktion

Klinikum Wahrendorff GmbH
Heide Grimmelmann-Heimburg
Geschäftsführerin
Telefon (05132) 90 – 22 03
E-Mail: presse(at)wahrendorff.de 

Das Klinikum Wahrendorff ist das Fachkrankenhaus für die Seele.

Es ist ein großer Komplettanbieter für Psychiatrieversorgung und liegt zwölf Kilometer östlich der Landeshauptstadt Hannover. Das Klinikum verfügt über 260 Krankenhausbetten und 171 teilstationäre Plätze. Im Heimbereich finden über 950 Bewohner eine individuelle und fachlich anspruchsvolle Versorgung. Mit 1.200 Mitarbeitenden ist es der größte regionale Arbeitgeber und mit über 100 Ausbildungsplätzen einer der wesentlichen Ausbildungsbetriebe. Das Klinikum Wahrendorff sichert in Niedersachsen die psychiatrische Versorgung für die östliche Region Hannover und die Stadt und den Landkreis Celle.

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