Das Fachkrankenhaus für die Seele
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13. November 2019

Tag der offenen Tür in der Tagesklinik Linden

Veröffentlicht am Mittwoch, 10.09.2014
Zuletzt geändert am Donnerstag, 09.05.2019

Das Zentrum für Transkulturelle Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikum Wahrendorff lädt am 8. Oktober um 13.00 Uhr nach Hannover, Schwarzer Bär 8, ein.

Mit einem Bevölkerungsanteil von knapp 20 Prozent bilden Migranten in Deutschland keine Minderheit mehr. Weltweit leben mehr als 150 Millionen Menschen als Migranten in einem Staat, der nicht ihre ursprüngliche Heimat ist. Migration ist ein kritisches Lebensereignis und Migranten sind einer hohen seelischen Belastung ausgesetzt. Doch das Gesundheitssystem ist auf diese Patienten, trotz positiver Entwicklungen, unverändert nicht genügend eingerichtet. 

„Wir möchten mit unseren Angeboten einen Beitrag zur interkulturellen Öffnung des Gesundheitswesens leisten.“.Mit diesen Worten lädt PD Dr. med. Iris Tatjana Graef-Calliess, Leitende Ärztin des Zentrum Transkulturelle Psychiatrie und Psychotherapie im Klinikum Wahrendorff, in die Tagesklinik Linden, Schwarzer Bär 8, in Hannover, ein. Mit einem Tag der offenen Tür am Mittwoch, 08. Oktober 2014, ab 13.00 Uhr, soll sozialen Einrichtungen, Ärzten, Therapeuten und allen Interessierten die Möglichkeit gegeben werden, die Räumlichkeiten, das Therapieangebot und die Mitarbeiter der Tagesklinik in Hannover Linden kennen zu lernen. Auf dem Programm stehen halbstündige Führungen, die Vorstellung des Behandlungsangebotes, ein orientalischer Tanzauftritt und Gesprächsmöglichkeiten bei einem Imbiss.

Migration stellt ein mögliches Risiko in der Entstehung und Entwicklung seelischer Erkrankungen dar. Dabei können nicht nur Flüchtlinge seelisch belastet sein, die traumatisierende Erlebnisse wie Krieg, Folter und Verfolgung im Heimatland verarbeiten müssen. Auch ehemalige sog. Gastarbeiter der ersten Generation und ihre Nachkommen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, können Probleme haben. Migration kann als ein in Phasen verlaufender Prozess beschrieben werden. Jede Phase birgt typische Belastungen, Herausforderungen und Potenziale. Und auch Heimweh kann krank machen. 

„Die klinische Praxis zeigt, dass bestimmte Phasen besonders sensibel für die Entwicklung psychischer Symptome sind. Diese zu erkennen und kultursensibel zu behandeln, sollte ebenso wie die Förderung von Chancen und Ressourcen, die in der kulturellen Vielfalt liegen, Teil des modernen psychiatrisch-psychotherapeutischen Alltags werden“, erläutert PD Dr. med. Graef-Calliess.

Das Klinikum Wahrendorff ist mit seinem Zentrum für Transkulturelle Psychiatrie und Psychotherapie bereits seit mehreren Jahren auf ausländische Patienten eingestellt. Ärzte, Therapeuten, Sozialdienstmitarbeiter und Pflegekräfte sind mehrsprachig und Dolmetscher seltener Sprachen sind psychologisch geschult. 

„Schon in der Muttersprache fällt es vielen Patienten schwer, die passenden Worte zu finden. In einer fremden Sprache wird eine Therapie nahezu unmöglich“, so PD Dr. med. Graef-Calliess. „Eine kulturelle Öffnung und Qualifizierung des Gesundheitssystems ist wichtig, um der steigenden Nachfrage nach adäquater kultursensibler Diagnostik und Therapie gerecht zu werden. Denn die Integration in das hiesige Gesundheitssystem kann wesentlich zur Integration in die Aufnahmegesellschaft beitragen.“

Denn trotz der erhöhten Belastung gehen Migranten immer noch seltener zum Arzt oder zum Psychotherapeuten. Sprach- und Kulturbarrieren sowie mangelnde Informationen über die deutschen Gesundheitsangebote halten von Praxisbesuchen ab. Eine interkulturelle Öffnung des Gesundheitswesens kann helfen, psychische Erkrankungen bei Migranten zu erkennen und zu behandeln und Frühverrentungen, Berufsunfähigkeit und Pflegefällen vorzubeugen. 


Das Klinikum Wahrendorff ist das Fachkrankenhaus für die Seele. 

Es ist ein großer Komplettanbieter für Psychiatrieversorgung und liegt zwölf Kilometer östlich der Landeshauptstadt Hannover. Das Klinikum verfügt über 260 Krankenhausbetten und 200 teilstationäre Plätze. Im Heimbereich finden über 950 Bewohner eine individuelle und fachlich anspruchsvolle Versorgung. Mit 1.200 Mitarbeitenden ist es der größte regionale Arbeitgeber und mit über 100 Ausbildungsplätzen einer der wesentlichen Ausbildungsbetriebe. Das Klinikum Wahrendorff sichert in Niedersachsen die psychiatrische Versorgung für die östliche Region Hannover und die Stadt und den Landkreis Celle.

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