Das Fachkrankenhaus für die Seele
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22. November 2019

Richtfest Klinikum Wahrendorff in Celle

Veröffentlicht am Dienstag, 05.08.2014
Zuletzt geändert am Donnerstag, 09.05.2019

Das Fachkrankenhaus für die Seele liegt gut im Bauplan und bringt 75 Arbeitsplätze nach Celle.

Celle und Sehnde/Köthenwald, 05. August 2014

Jeder dritte Mensch wird einmal im Leben psychisch krank. Eine regionale und wohnortnahe Versorgung für die Erkrankungen der Seele ist für die Betroffenen und auch für die Angehörigen eine große Hilfe, denn lange Anfahrtswege stellen eine zusätzliche Belastung dar. Mit dem Neubau eines Fachkrankenhauses für die Seele bietet das Klinikum Wahrendorff ab 2015 ein zusätzliches Angebot für psychisch erkrankte Menschen in der Stadt und dem Landkreis Celle. In direkter Nachbarschaft zum Allgemeinen Krankenhaus Celle (AKH) entsteht derzeit eine neue Psychiatrische und Psychosomatische  Klinik mit Tagesklinik. Jetzt konnte das Richtfest gefeiert werden.

„Im Februar wurde der Grundstein für das neue Fachkrankenhaus für die Seele in Celle gelegt. Nun können wir bereits das Richtfest feiern und liegen mit unserer Bauausführung deutlich vor dem gesetzten Zeitplan. Bei weiterhin so positivem Bauverlauf werden wir bereits im Frühjahr 2015 in den Betrieb gehen können“, so Dr. Rainer Brase, Geschäftsführer des Klinikums Wahrendorff mit dem Hauptsitz in Sehnde. „Wir freuen uns auf den neuen Standort und die zukünftige enge Zusammenarbeit mit dem AKH Celle.“

Mit der bisherigen Tagesklinik in der Celler Altstadt konnte das Klinikum Wahrendorff nur teilstationäre Leistungen anbieten. Ab 2015 kann dann mit 48 Betten in Ein- und Zweibettzimmern auch in Celle eine stationäre Betreuung angeboten werden. 30 tagesklinische Plätze runden das zukünftige Angebot ab. Die Versorgung der Patienten erfolgt auf zwei Stationen und in der Tagesklinik. Mit dem Neubau sichert das Klinikum Wahrendorff die psychiatrische und psychosomatische Versorgung und deckt das gesamte klinisch-psychiatrische und psychotherapeutische Behandlungsspektrum ab. Schwerpunkte im voll- und teilstationären Bereich liegen in der Behandlung von Depressionen, Angsterkrankungen, seelischen Erkrankungen im Alter, Psychosen/Schizophrenie, Persönlichkeitsstörungen und akuten Abhängigkeitserkrankungen

Das Klinikum Wahrendorff bringt dabei im kommenden Jahr 75 neue Arbeitsplätze nach Celle. In den Teams arbeiten u.a. Ärzte, Psychologen, Pflegefachkräfte, Ergo- und Physiotherapeuten, Sozialdienstmitarbeiter sowie weitere Spezialtherapeuten in den Bereichen Musik-, Tanz- und Kunsttherapie zusammen. Sie werden von verwaltenden und weiteren assistierenden Berufsgruppen vor Ort unterstützt.

„Trotz Fortschritten in der psychiatrischen Forschung und Versorgung haben Menschen mit psychischen Erkrankungen in Deutschland nach wie vor mit Vorurteilen zu kämpfen“ so Geschäftsführer Dr. Brase. „Es freut mich umso mehr, dass wir hier in Celle bisher sehr konstruktive Gespräche führen konnten. Denn eine psychische Erkrankung kann jeden Menschen treffen.“ In den vergangenen zehn Jahren haben psychische Erkrankungen als Grund für einen Klinikaufenthalt die bis dahin hauptsächlich verantwortlichen Herz- und Kreislauferkrankungen abgelöst. 

Zitate aus den Grußworten

Staatssekretär Jörg Röhmann, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung:

„Das Richtfest macht deutlich: Das Klinikum Wahrendorff schafft hier ein zukunftsfähiges Konzept bei der psychiatrischen Betreuung von Patientinnen und Patienten. Der Neubau bietet einen sehr guten Rahmen und beste Voraussetzungen für einen Ort der Zusammenarbeit, Therapie und Unterstützung von Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten.“

Landrat Klaus Wiswe, Landkreis Celle:
 
„Wir feiern heute aber kein gewöhnliches Richtfest, denn bei diesem neuen Gebäude handelt es sich nicht um irgendeinen Neubau. Hier entsteht ein Klinikum, das bei seiner Fertigstellung im Frühjahr 2015 das modernste Klinikum in Niedersachsen ist. Dieser Neubau hier in Celle sichert eine wohnortnahe Versorgung der Bürger in Stadt und Landkreis Celle.“

„Spezialisten der medizinischen Fachgebiete Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie bieten verschiedene Versorgungsangebote an. Das Leistungsangebot des Klinikums für die Seele ergänzt damit das Spektrum des Allgemeinen Krankenhauses Celle sinnvoll und qualitativ hochwertig.“

Bürgermeister Heiko Gevers, Stadt Celle:
 

"Mit diesem neuen Fachkrankenhaus für die Seele wird die medizinische Versorgung Celles um ein weiteres hochwertiges Betreuungsangebot bereichert. Das Klinikum Wahrendorff hat mit seiner offenen Informationspolitik Akzeptanz für ein Haus erreicht, in dem im Übrigen viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden."

Architekt Torsten Petroschka, Geschäftsführender Gesellschafter sander.hofrichter architekten GmbH, Gesellschaft für Architektur und Generalplanung:

„Mit dem heutigen Richtfest lässt sich bereits erahnen, was Mitarbeiter, Patienten und Anwohner hier in Zukunft erwartet: Ein Fachkrankenhaus für die Seele, das mit seiner offenen und modernen Architektur hilft, Vorurteile abzubauen und psychisch kranke Menschen noch mehr in ihr Umfeld zu integrieren.“ 

„Uns von Sander Hofrichter Architekten war es wichtig, mit dem Neubau nicht nur den Bezug zu den Gebäudehöhen der Nachbargebäude herzustellen, sondern auch zur Materialität der Region – etwa mit der Entscheidung für eine Backsteinfassade.“ 

„Mit dem neuen Vorplatz, den vielen Grünflächen und den Patientengärten wird ein Ort entstehen, der Ängste abbaut und Menschen vergessen lässt, dass Sie sich in einem Krankenhaus befinden.“ 

Das Klinikum Wahrendorff ist das Fachkrankenhaus für die Seele.

Es ist ein großer Komplettanbieter für Psychiatrieversorgung und liegt zwölf Kilometer östlich der Landeshauptstadt Hannover. Das Klinikum verfügt über 260 Krankenhausbetten und 200 teilstationäre Plätze. Im Heimbereich finden über 950 Bewohner eine individuelle und fachlich anspruchsvolle Versorgung. Mit 1.200 Mitarbeitenden ist es der größte regionale Arbeitgeber und mit über 100 Ausbildungsplätzen einer der wesentlichen Ausbildungsbetriebe. Das Klinikum Wahrendorff sichert in Niedersachsen die psychiatrische Versorgung für die östliche Region Hannover und die Stadt und den Landkreis Celle.

Daten – Fakten – Zahlen

Planungs- und Bauzeit
2011 – 2015

Fläche
Grundstücksfläche: 4.331 qm
Bebaute Fläche: 1.829 qm

Kenndaten
Bruttorauminhalt (BRI): 24.643 m³

Stationärer Bereich
48 Krankenhausplanbetten in Ein- und Zweibettzimmern

Teilstationärer Bereich
30 tagesklinische  Plätze

Kosten
16 Millionen Euro
  9 Millionen Euro Förderung durch das Land Niedersachen
  7 Millionen Euro Eigenmittel Klinikum Wahrendorff

Projektbeschreibung
Das viergeschossige Gebäude gliedert sich in Tagesklinik und Pflegebereiche, die über eine zentrale Eingangshalle verbunden sind. Durch die abgerundete Form und die vorgelagerten Grünzonen tritt der Bau von der südlichen Straßenkante zurück und bildet einen attraktiven Vorplatz. Gleichzeitig nimmt er die Höhenentwicklung zu den Nachbargebäuden an.
Im Erdgeschoß werden eine geschützte Station, die Aufnahme der Tagesklinik sowie die Verwaltungsbereiche untergebracht sein. In den darüber liegenden Geschossen befinden sich in Zukunft die Therapieflächen der Tagesklinik sowie je eine Pflegestation. Das Sockelgeschoß beheimatet dann die Therapie- und Sekundärflächen für die Pflegebereiche. In dem barrierefreien Neubau wird es ausschließlich Ein- und Zweibett-Zimmer geben, diese sind entlang der Südfassade und zu einem im Innenhof liegenden Patientengarten hin orientiert. In jeder Station bilden die Aufenthaltsräume für Patienten und der gegenüberliegende Stützpunkt ein eigenes Kommunikationszentrum. Das Obergeschoss enthält Erweiterungsflächen.
Der Neubau besteht aus zwei Baukörpern, welche über Flure miteinander verbunden sind. Die Hauptfassaden werden bis zur Ebene 1 verklinkert, das oberste Geschoss hebt sich mit einer Wärmedämmputzfassade von der restlichen Fassade ab. Mit der  Klinkerfassade wird die regionale Materialität aufgenommen und der Bezug zum historischen Pflegewohnheim gegenüber hergestellt. 
Das gesicherte Relief aus dem Bestand wird zum Patientengarten erneut platziert. Die zweigeschossige Eingangshalle dient Gästen und Bewohnern als großzügiger Aufenthaltsbereich. Zur Unterstützung der Orientierung soll ein Farb- und Themenleitsystem dienen, welches die Gliederung in verschiedene Funktionsbereiche unterstützt und gleichzeitig als individuelles Gestaltungsmittel jeder Station eingesetzt wird.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: http://www.neubau-celle.de/.

Pressefotos

Die Nutzung dieser redaktionellen Bilder ist unter Angabe der Quelle (Klinikum Wahrendorff) honorarfrei. Weitere Motive und Bildformate stellen wir Ihnen gern auf Anfrage zur Verfügung.