Das Fachkrankenhaus für die Seele
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26. April 2017

Was behandeln wir?

Unser Angebot in der Tagesklinik richtet sich an erwachsene Personen mit Depressionen, Burnout, Ängsten, posttraumatischen Belastungsstörungen und Traumafolgestörungen, unklaren körperlichen Beschwerden oder chronischen Schmerzen sowie an Personen mit Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen.

Eine Tagesklinik ist eine so genannte „teilstationäre Einrichtung“. Das bedeutet, dass die Patienten von morgens bis zum späten Nachmittag in der Tagesklinik an den Therapieangeboten teilnehmen, die Abende, Nächte und Wochenenden jedoch in ihrem gewohnten Umfeld verbringen. 

Depression

Depressionen sind eine häufig unterschätzte Erkrankung. Man geht heute davon aus, dass 16 bis 20% der Menschen mindestens einmal in ihrem Leben eine depressive Episode erleben.

Die sogenannte „Punktprävalenz“ liegt bei ca. 5,6%, d.h. dass zu einem bestimmten Zeitpunkt 5,6% der Menschen eine behandlungsbedürftige Depression haben. Für die Bundesrepublik Deutschland bedeutet dies eine Zahl von über drei Millionen Betroffenen.

Depressionen können sehr verschieden aussehen. Meistens erleben Betroffene eine starke Freudlosigkeit, einen Interessenverlust sowie eine gedrückte Stimmung. Egal, was sie tun, haben sie den Eindruck, dass einfach nichts mehr Spaß macht. Einige Menschen weinen viel, andere sind eher gereizt. Oft fühlen sich von Depressionen Betroffene wertlos oder schuldig. Auch die Motorik ist meistens betroffen. Es kann sein, dass eine depressive Person sich kaum noch bewegt, es ist aber auch möglich, dass der Betroffene eine starke Unruhe empfindet und kaum stillsitzen kann.

Häufig leiden depressive Personen unter schlechter Konzentrations- und Merkfähigkeit. Ihre Gedanken kreisen oft immer wieder um die gleichen Themen, der Schlaf ist daher bei vielen Betroffenen gestört. Der Appetit verändert sich während einer Depression meistens, in der Regel empfindet die Person kaum noch Appetit. Es kann aber auch vorkommen, dass, z.B. aufgrund einer inneren Leere, deutlich mehr gegessen wird.

Ein besonders schwerwiegendes Symptom ist Suizidalität.

Depressionen sind mittlerweile glücklicherweise eine Erkrankung, für die es viele und gute Behandlungsmöglichkeiten gibt. Da sie einen so großen Teil der psychischen Störungen betreffen, hat das Klinikum Wahrendorff eine Station mit diesem Behandlungsschwerpunkt. Mittlerweile weiß man, dass Depressionen bei Männern oft anders aussehen als bei Frauen. Zumeist spielt bei männlichen Betroffenen Gereiztheit und Aggressivität eine größere Rolle als bei weiblichen. Um auch diesem Aspekt gerecht zu werden, wurde eine Tagesklinik nur für Männer in unserem Klinikum eingerichtet.

Suizidalität

Suizidalität ist ein sehr ernstzunehmendes Symptom bei Depressionen. Betroffene leiden unter lebensmüden Gedanken, die mehr oder weniger drängend sein können.

Lebensmüde Gedanken sind nicht automatisch gleichzusetzen mit dem Wunsch zu sterben. Manchmal beschreiben Patienten den Wunsch nach einer „Pause“ oder danach „endlich mal Ruhe zu haben“. Es kann jedoch sein, dass sie von der Umsetzung dieser Gedanken klar distanziert sind.

Zu dem tatsächlichen Versuch, sich das Leben zu nehmen, kann es jedoch natürlich auch kommen. Die Betroffenen haben dann das Gefühl, dass nichts sie mehr am Leben hält oder sogar, dass es für die Angehörigen eine Entlastung wäre, wenn sie nicht mehr da wären.

Das Symptom Suizidalität sollte dringend behandelt werden! Nach dem Abklingen einer depressiven Episode sind die meisten Betroffenen unheimlich froh, am Leben zu sein.

Somatoforme Störungen

Als „Somatoforme Störungen“ werden körperliche Beschwerden bezeichnet, für die keine hinreichende körperliche Ursache gefunden werden kann. Betroffene leiden beispielsweise unter starken Schmerzen, werden nach ärztlicher Untersuchung jedoch ohne klinisch relevanten Befund entlassen. Oft führt dies dazu, dass viele Ärzte nacheinander aufgesucht werden, um irgendwann endlich eine Erklärung für die Beschwerden zu bekommen.

Ca. 80 % aller Menschen haben in ihrem Leben einmal eine somatoforme Störung, die jedoch in den meisten Fällen von allein wieder abklingt. Häufig handelt es sich hierbei um nicht organisch bedingte Schmerzen, Magen-Darm-Leiden oder Herz-Kreislauf-Beschwerden. Bei 4 bis 20 % chronifiziert sich die Störung und führt oft zu einem langen Leidensweg für die Betroffenen. In erster Linie ist dieser Leidensweg meist deshalb so lang, weil die Diagnose „somatoforme Störung“ nicht gestellt wird und dadurch eine adäquate Behandlung ausbleibt.

Neben „unerklärlichen“ Schmerzen und anderen Beschwerden ist auch die Angst, an einer schlimmen Erkrankung zu leiden, eine somatoforme Störung. Betroffene gehen immer wieder zum Arzt, aus Angst, erkrankt zu sein. Ärztlicherseits wird jedoch eine Erkrankung nicht festgestellt.

Angsterkrankungen

Ängste sind etwas, das zu unserem Leben dazugehört. Ohne Angst würden wir uns Gefahren aussetzen, die für uns lebensgefährlich sein könnten. So gesehen ist Angst ein Schutzfaktor, ohne den Menschen und Tiere nicht überleben können.

Eine Angsterkrankung liegt dann vor, wenn ein Mensch übermäßig viel Angst hat, die keinen notwendigen Schutz darstellt.

Während die Angst vor einem Tiger eine gesunde Schutzmaßnahme darstellt, ist die Angst vor öffentlichen Plätzen problematisch, da sie die Teilhabe am sozialen Leben verhindert.

Diese Angst vor öffentlichen Plätzen nennt man „Agoraphobie“. Oftmals beginnt eine Agoraphobie mit dem Auftreten von Panikattacken, einer schnellen heftigen Angst mit starken körperlichen Symptomen, wie Herzrasen, Atemnot, Angst vor Ohnmacht und vielem mehr. Panikattacken können auch allein und „aus dem Nichts“ auftreten. Dann liegt eine „Panikstörung“ vor.

Neben diesen Angsterkrankungen gibt es noch viele weitere bekannte Ängste, die Menschen das Leben schwer machen können.

Die „soziale Phobie“ ist eine ausgeprägte Angst vor dem Kontakt mit Menschen. Der Hintergrund ist meistens eine sehr starke Sorge, sich lächerlich zu machen oder von anderen abgelehnt zu werden.

Eine „spezifische Phobie“ ist eine Angst vor einer klar abgrenzbaren Situation, wie dem Betreten eines Fahrstuhls oder Flugzeugs. Sie kann sich auch auf bestimmte Lebewesen, wie etwa Spinnen oder Schlangen, aber auch andere Dinge beziehen.

Eine so genannte „Generalisierte Angststörung“ bedeutet, dass sich eine Person permanent um sich und andere sorgt, der Tag besteht zu einem Großteil nur noch aus Sorgenmachen und einer dauernden Anspannung.

All diese Krankheitsbilder sind behandelbar! Es wurden sehr effektive Therapien entwickelt, um Menschen zu helfen, wieder ein zufriedenes, angstfreieres Leben zu führen.