Das Fachkrankenhaus für die Seele
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20. August 2017

Wie wir behandeln - Unsere Therapieangebote

Der oberste Grundsatz der Traumatherapie ist die Nutzung von Ressourcen für eine langfristige psychische Stabilisierung. 

Das Ziel ist zunächst das Entwickeln eines selbstwirksamen und selbstfürsorglichen Verhaltens, um das Wiedererlangen von Kontrolle und Selbststeuerung der Symptome zu erreichen. Danach ist die Integration traumatischer Erfahrungen in die eigene Geschichte und das Selbstkonzept zu erlangen.

Wir arbeiten mit einem verhaltenstherapeutischen und achtsamkeitsbasierten Schwerpunkt. Unser Therapieangebot umfasst ein intensives Fertigkeiten-(Skills)-Training. Wir trainieren mit unseren Patienten Stresstoleranz (Management hoher innerer Anspannung), Emotionsregulation (Umgang mit Gefühlen), soziale Kompetenz (zwischenmenschliche Fertigkeiten), Achtsamkeit, Selbstwert und Dissoziationskontrolle.

Es erfolgt eine ausführliche Psychoedukation. Die vom Patienten erstellte Lebenslinie wird ausführlich therapeutisch besprochen. Nach entsprechender Vorbereitung und bei ausreichender Stabilität (im Sinne der S3-Leitlinie) führen wir, wenn die Patienten dies wünschen, eine kontrollierte Traumaexposition durch.

Anschließend unterstützen wir bei der nachfolgenden Integration des traumatischen Erlebens in die eigene Biographie und leiten in weiterführende teilstationäre oder ambulante Therapie über. Das Ziel ist neben der Reduktion der sehr belastenden Traumafolgesymptome die Akzeptanz des Erlebten als einen Teil der Lebensgeschichte. 

Die Behandlung gliedert sich in zwei Phasen:

  1. In der Stabilisierungsphase geht es um die Vermittlung von Informationen, Förderung von Ressourcen und dem Erlernen von Stresstoleranz-Skills.
  2. In der Traumakonfrontation werden die traumatischen Erlebnisse durchgearbeitet und integriert.

Dieses Behandlungsprogramm richtet sich auch an Patienten mit Störungen im Bereich der Emotionsregulation, welche sich in suizidalen Krisen, selbstverletzendem Verhalten oder Substanzmissbrauch zeigen. Hierzu integrieren wir Elemente aus der Dialektisch-Behavioralen Therapie nach Marsha Linehan.

Die Patienten führen ein Symptomtagebuch, in das suizidale Gedanken, Spannungszustände, Drogenkonsum, weitere dysfunktionale Verhaltensweisen, aber auch Skills-Anwendungen und positive Tagesereignisse eingetragen werden. Durch Verhaltensanalysen sollen die Betroffenen Einsicht in den Spannungsaufbau erhalten und lernen, das im Fertigkeitentraining Gelernte in Handlungspläne einzubauen.

Nach selbstverletzendem Verhalten oder Suizidversuchen werden die Patienten gebeten, solche Analysen selbst anzufertigen. Voraussetzung für die evtl. Bearbeitung eines Traumas in einem zweiten Therapieabschnitt ist, dass die Patienten gelernt haben, emotionale Krisen, Spannungszustände und Dissoziationen durch die gelernten Fähigkeiten selbst zu regulieren. Die Patienten werden angeleitet, sich einen individuellen "Notfallkoffer" einzurichten, in dem wichtige Hilfsmittel zur Spannungsreduktion aufbewahrt werden. Sie erhalten außerdem Formulare, auf denen die gelernten Fähigkeiten eingetragen sind und protokollieren, welche Fertigkeiten sie mit welchem Erfolg geübt haben.

Therapieangebote durch das Ärzte- und Psychologenteam

  • Einzeltherapie
  • Problembewältigungstraining
  • Emotionsregulationstraining
  • Therapie-Informationsgruppe
  • Trauma-Informationsgruppe

Sport- und Physiotherapieangebote

Unser Team der Sporttherapie bietet Ihnen viele Möglichkeiten für Bewegung und Sport. Wir möchten Ihnen die Angebote unserer Sporttherapie näher vorstellen.

 Angebote unserer Sporttherapie

Therapieangebote durch das Pflegepersonal

  • Achtsamkeitstraining
  • Aromatherapie
  • Imagination
  • Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen (PMR)
  • Skills-Training

Therapieangebote durch das Sozialpädagogenteam

  • Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK)