Das Fachkrankenhaus für die Seele
Druckversion
23. November 2017

radio leinehertz 106.5 berichtet aus unserer Tagesklinik Linden

Mittwoch, 08.11.2017

Natalie Rudi von radio leinehertz 106.5: Moderation aus der Tagesklinik Linden


Die Sendung zum Nachhören


Die Sendung zum Nachlesen

Am Mittwoch, also gestern, war der Tag der offenen Tür in der Tagesklinik Wahrendorff, dem Zentrum für Transkulturelle Psychiatrie und Psychotherapie am Schwarzen Bären, hier in Hannover-Linden. Hier konnten die Besucher das Angebot, die Räumlichkeiten und auch das Personal der Tagesklinik mal ein bißchen genauer kennen lernen.

Das Fachkrankenhaus beherbergt unter anderem die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Ein Gebäudekomplex, der über drei Etagen verfügt, in denen Menschen mit seelischen Leiden geholfen wird. Große bunte Gemälde an den Wänden, freundliches Personal und gute Verpflegung. Es scheint wie ein Hotel zu sein. Und hier geht es mehrsprachig zu. Menschen mit Migrationshintergrund oder einer Sprachbarriere, vor allem russisch- und türkischstämmige sind bei dem internationalen Personal bestens aufgehoben. Die Klinik ist in ihrer Bandbreite einzigartig, sagt die Leitende Ärztin Dr. Iris Tatjana Graef-Calliess: „Wir Mediziner sagen, wir halten die ganze Behandlungskette vor. Patienten mit Migrationshintergrund können bei uns ambulant behandelt werden, tagesklinisch und vollstationär. Und das ist was ganz Besonderes. Also ein kleines Schatzkästchen.

Die Zeit kann man nicht stoppen. Die Generationen werden älter und gesundheitliche Probleme bleiben da nicht aus. Dazu zählen auch die Menschen, die als Gastarbeiter hier vor Jahrzehnten hier ihr neues Zuhause gefunden haben. Medizinische Vokabeln gehören nicht zum alltäglichen Sprachgebrauch. Da ist es am wichtigsten Punkt, unserer Gesundheit, essentiell, sich möglichst genau ausdrücken zu können. Aber die Sprachbarriere betrifft nicht nur die ältere Generation, sondern eben auch ganz aktuell Geflüchtete.

„Flür Flüchtlinge haben wir seit 2015 im Zuge der zunehmenden und steigenden Zahlen eine Spezialsprechstunde hier in der Ambulanz eingerichtet. Das wird sehr gut angenommen. Da können wir den Bedarf kaum decken. Wir arbeiten sehr sehr eng mit dem Netzwerk traumatisierter Flüchtlinge in Niedersachsen zusammen. Das ist eine sehr fruchtbare Kooperation. Von daher haben wir in Hannover noch eine gute Lage.“

Die Spezialsprechstunde ist ein vom Familienministerium gefördertes Projekt. Die Klinik richtet sich nicht nur an Menschen mit Migrationshintergrund, sondern natürlich an alle. Seelisches Leiden erkennt man nicht sofort, wie einen Kratzer auf der Stirn oder einen gebrochenen Arm. Wer Probleme hat oder jemanden kennt, der mit sich selbst zu kämpfen hat, ist nur einen Anruf von einer helfenden Hand entfernt. Und wer sich direkt ein Bild machen möchte, kann den ersten Kontakt direkt vor Ort suchen.  „Wir haben in beiden Tageskliniken Freitagmittags immer ein offenes Café. Da können auch alle Ehemaligen kommen und das wird gerne genutzt.

Depressionen und Traumata können hier in Hannover auch in anderen Sprachen behandelt werden. Auf unserer Homepage leinehertz.de  findet ihr den Link zum Klinikum Wahrendorff. Absolut wichtig und auch richtig, findet unsere Reporterin Natalie Rudi.